Die faszinierende Herkunft der Skinny Pigs
Entdecke die Geschichte hinter unseren geliebten Nacktmeerschweinchen und wie sie die Herzen von Tierliebhabern auf der ganzen Welt eroberten.

Skinny Pigs – unsere kleinen Nackedeis
Wer einmal einem Skinny Pig begegnet ist, vergisst diesen Anblick so schnell nicht wieder. Diese kleinen Nackedeis sehen auf den ersten Blick vielleicht ungewöhnlich aus. Für uns sind sie jedoch längst viel mehr als „Meerschweinchen ohne Fell“. Skinny Pigs haben ihren ganz eigenen Charme, ihren eigenen Kopf und oft eine Persönlichkeit, die man einfach lieben muss.

Unsere Liebe zu den Skinny Pigs
Wir halten seit vielen Jahren Meerschweinchen und haben 2015 unsere Liebe zu den Skinny Pigs entdeckt. Seitdem gehören die kleinen Nackedeis zu unserem Leben – und wir möchten sie nicht mehr missen. Aber woher kommen Skinny Pigs eigentlich?

Eine besondere Geschichte
Die Geschichte der Skinny Pigs ist noch gar nicht so alt. Das erste dokumentierte Skinny Pig wurde 1978 in einem kanadischen Forschungslabor in Montreal geboren. Seine besondere Erscheinung entstand nicht durch ein künstlich erzeugtes Gen, sondern durch eine spontane Mutation.
Auch in den folgenden Jahren tauchten immer wieder Skinny Pigs in den Würfen des Labors auf. Zunächst wurde jedoch keine gezielte Zucht betrieben.
Erst Anfang der 1980er-Jahre wurden Wissenschaftler in den USA auf die ungewöhnlichen Tiere aufmerksam. Einige Skinny Pigs gelangten zu den Charles River Laboratories, wo man begann, gezielt mit ihnen zu arbeiten.
Ihre nahezu haarlose Haut machte sie für bestimmte dermatologische Untersuchungen interessant. Allerdings stellte sich bald heraus, dass die Zucht der Tiere für diesen Zweck nicht besonders effektiv war. Das Skinny-Gen wird nämlich rezessiv vererbt.
Vereinfacht gesagt bedeutet das: Ein normal behaartes Meerschweinchen kann das Skinny-Gen tragen, ohne selbst wie ein Skinny auszusehen. Treffen zwei solche Trägertiere aufeinander, liegt die statistische Chance für Skinny-Nachwuchs bei 25 Prozent.
Für die Forschung war es deshalb einfacher, behaarte Tiere für Untersuchungen entsprechend vorzubereiten, als gezielt Skinny Pigs zu züchten.
Die Laborzucht wurde schließlich eingestellt. Einige der vorhandenen Tiere gelangten in private Hände – und damit begann die Geschichte der Skinny Pigs als Liebhabertiere.
Von Nordamerika aus fanden sie später ihren Weg nach Europa. In Deutschland gibt es Skinny Pigs seit ungefähr 2005.
Und zum Glück sind sie geblieben.
Warum heißen sie eigentlich „Skinny Pig“?
Der Name kommt aus dem Englischen:
Skinny = schlank oder mager
Pig = Schwein
Ganz passend ist diese Bezeichnung allerdings nicht.
Durch das fehlende Fell wirken Skinny Pigs oft kleiner und schlanker als behaarte Meerschweinchen. Tatsächlich sind sie aber ganz normale Meerschweinchen und können – je nach Tier – ungefähr
700 bis 1.200 Gramm wiegen.
Sie sind also keineswegs „mager“.
Auch farblich sind Skinny Pigs heute unglaublich vielfältig. Die ersten bekannten Tiere waren überwiegend weiß mit roten Augen. Durch die Einkreuzung verschiedener Farbschläge gibt es inzwischen Skinnys in vielen Farben und Zeichnungen.
Jedes einzelne hat dadurch seinen ganz eigenen Look.
Und wir finden: Genau das macht sie so spannend.
Skinny Pig ist nicht gleich Baldwin
Manchmal werden Skinny Pigs mit einer anderen Nacktrasse verwechselt: den Baldwins.
Obwohl beide nahezu haarlos aussehen können, steckt dahinter etwas völlig Unterschiedliches.
Baldwins werden behaart geboren. Erst nach der Geburt verlieren sie ihr Fell – und schließlich auch Wimpern und Tasthaare. Die Ursache liegt in einer genetisch bedingten Besonderheit des Thymus und damit des Immunsystems.
Aus tierschutzrechtlicher Sicht ist die Zucht von Baldwins deshalb äußerst kritisch und in verschiedenen Ländern verboten.
Skinny Pigs dagegen kommen bereits mit ihrem typischen Erscheinungsbild zur Welt.
Und auch wenn sie fast nackt aussehen, sind sie nicht wirklich haarlos. Die Haaranlagen sind vorhanden. Durch die genetische Besonderheit wachsen jedoch nur an bestimmten Stellen sichtbare Haare.
Typischerweise findet man kleine behaarte Bereiche an der Nase, rund um die Augen, an der Stirn und an den Füßen.
Und ganz wichtig:
Gesunde Skinny Pigs besitzen Tasthaare und Wimpern.
Unsere Skinnys gibt es nicht nur in einer „Nackedei-Version“
Wenn man sich intensiver mit Skinny Pigs beschäftigt, merkt man schnell, dass kein Skinny exakt wie der andere aussieht.
Manche sind fast völlig haarlos, andere tragen deutlich mehr Fell.
Bei einem Skinny, das dem klassischen Zuchtstandard entspricht, findet man beispielsweise die typische V-Behaarung. Sie beginnt an der Nasenspitze und zieht sich in Richtung Ohren.
Andere Skinnys haben deutlich mehr Haare am Körper. Diese werden unter Liebhabern gerne als „Werwölfe“ bezeichnet.
Und dann gibt es die besonders wenig behaarten Tiere, bei denen die V-Behaarung kaum zu erkennen ist. Manche haben lediglich einen kleinen behaarten Bereich an der Nasenspitze – den sogenannten Nasenpush.
Für uns ist dabei eines besonders wichtig:
Ein Skinny Pig ist nicht weniger wert, nur weil es nicht dem perfekten Zuchtbild entspricht.
Bei einem Liebhabertier zählen für uns vor allem Gesundheit, ein gutes Sozialverhalten und natürlich ein schönes, glückliches Meerschweinchenleben.
Und wie lebt es sich mit einem Skinny Pig?
Eigentlich ganz einfach:
Wie mit einem ganz normalen Meerschweinchen.
Skinny Pigs brauchen keine Sonderbehandlung, nur weil sie anders aussehen.
Sie brauchen Platz.
Sie brauchen Artgenossen.
Sie brauchen gutes Futter.
Sie brauchen Beschäftigung.
Sie brauchen Rückzugsmöglichkeiten.
Und sie brauchen Menschen, die ihre Bedürfnisse verstehen.
Was sie nicht brauchen, sind Pullover, Kostüme oder ständig wechselnde Cremes und Shampoos.
Wir wissen, dass Fotos von kleinen Nackedeis im Pullover oder mit lustigen Kostümen niedlich aussehen können. Für das Meerschweinchen selbst ist das aber nicht automatisch schön.
Unsere Tiere dürfen einfach Meerschweinchen sein.
„Die Ursprungsgeschichte der Skinny Pigs ist ein faszinierendes Beispiel für die Vielfalt der Natur und wie unerwartete Entwicklungen zu solch liebenswerten Tieren führen können.“
Das Team von Bommel & Co Skinny Pig Meerschweinchen